Paralympics in Finsterau

19.11.2019 | Veranstaltungen |

Max Weidner nimmt am Weltcup in Finsterau teil. (Foto: Nordic Paraski Team Deutschland)

Biathlonweltmeisterin Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl. (Foto: FINOC)

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Vom 1. bis 9. Februar 2020 findet in Finsterau (Gemeinde Mauth) der Weltcup im Para Nordic Skiing statt. Schöner Bayerischer Wald wird ausführlich in der Januar-Ausgabe berichten, die am 30. Dezember erscheint. Zwei junge Läufer stellen wir Ihnen hier schon vor.

Der Läufer aus dem Wald

Max Weidner aus Neureichenau ist der neue Mann im Nordic Paraski Team Deutschland. Sein Potenzial hat der 29-Jährige vom WSV-DJK Rastbüchl schon nach wenigen Monaten unter Beweis gestellt. Seine im Dezember beginnende Premierensaison hält einen Höhepunkt bereit: den Heim-Weltcup in Finsterau.  Weidner trainiert seit diesem Jahr unter dem Bundestrainer Ralf Rombach und genießt – obwohl erst wenige Monate dabei – bereits eine hohe Anerkennung. „Er besitzt ein hohes Potenzial und ist nicht nur deswegen eine totale Bereicherung für uns“, sagt Rombach. Bereits als Schüler absolvierte er im Dress seines Heimatvereins WSV-DJK Rastbüchl, dem er seitdem treu geblieben ist, regionale Rennen. Später trieb es ihn zu den längeren Distanzen, etwa zum König-Ludwig-Lauf in den Ammergauer Alpen und zum Engadin Skimarathon. Talent und Leidenschaft bewies Weidner auch als aktiver Radsportler.
Nach einem Unfall im familiären Sägewerk mussten ihm 2018 die Langfinger der rechten Hand amputiert werden. Der Neureichenauer Sporthändler Ernstl Süß, der Weidner seit 15 Jahren unterstützt, machte ihn aufs Para Ski nordisch aufmerksam. Der 16-fache Paralympicssieger im Para Ski Alpin, Gerd Schönfelder, stellte den Kontakt her. Max Weidner klopfte an und fand im Nationalkader rasch Anschluss. Bei den internationalen deutschen Meisterschaften im Oktober 2019 in der Oberhofer Skihalle landete er im Langlauf hinter Alexander Ehler und vor Marco Maier (beide SV Kirchzarten) auf Platz zwei.
 „Man merkt, dass Max eine sehr gute technische Ausbildung genossen und den Langlauf von klein auf gelernt hat“, sagt Bundestrainer Rombach. Ein großes Bonbon wird seine Premierensaison für Max Weidner auf jeden Fall bereithalten: den Weltcup vom 1. bis 8. Februar in Finsterau im Bayerischen Wald, gewissermaßen vor der eigenen Haustür. „Dort oben habe ich schon früher immer meine Runde gedreht“, freut er sich. 

Biathlonweltmeisterin freut sich auf den Start

In gut zwei Monaten ist es soweit. Am 1. Februar 2020 startet mit dem IPC-Weltcup im Skilanglauf und im Biathlon der wohl größte sportliche Wettkampf der Region. Der versierte Ausrichter SV Finsterau ist bereit. Das Team mit seinen unzähligen Helferinnen und Helfern aus der ganzen Gemeinde freut sich auf das Großereignis. Die weltbesten Sportlerinnen und Sportler mit Handicap geben sich ein Stelldichein und kämpfen um Medaillen und Weltcup-Punkte. Mit am Start sind die 25-jährige, sehbehinderte bayerische Sportlerin Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl. Das Duo ist eines der Aushängeschilder des deutschen Nordic Paraskiteams. Die fast komplett erblindete Sportlerin holte 2018 in Pyeongchang bei ihrem paralympischen Debüt zweimal Bronze und krönte ihre Leistung bei den Weltmeisterschaften 2019 im kanadischen Prince George mit drei WM-Titeln im Biathlon.
„Wir wollen eine ordentliche Saison laufen und uns dann bei der Biathlon-WM bestmöglich präsentieren. Es wird allerdings schwer, die Erfolge der vergangenen Saison – 3-facher WM-Titel und Gesamtweltcupsieger im Para Biathlon – zu wiederholen. Wir werden natürlich alles geben, um wieder ‚Edelmetall‘ nach Bayern zu bringen“, sind beide zuversichtlich. Ganz besonders freut sich das eingespielte Erfolgsduo auf die Wettkämpfe in Finsterau. „Da standen wir das erste Mal auf einem Weltmeistertreppchen. Das vergisst man nicht. Die unglaublich gute Stimmung, der Einsatz der ganzen Gemeinde und die großartige Organisation hat uns 2017 sehr gut gefallen“, freuen sie sich schon jetzt auf den Heim-Weltcup im Bayerischen Wald.