40. Todestag eines vielseitigen Künstlers

25.06.2019 | Veranstaltungen |

Der Schrei des Pan, Mischtechnik, 60 x 80 cm, ist Bestandteil der Dauerausstellung im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald. Weitere Werke von Hans Zechmeister zeigt die Galerie Wolfstein in Freyung. (Foto: Rainer Schüll)

Hans Zechmeister gehört zu den bedeutendsten Künstlern des „expressiven Realismus“ im ostbayerischen Raum. Er wurde 1922 in Südmähren geboren. Nach seiner Ausbildung an der grafischen Schule und Kunstakademie in Wien, war er als Soldat im Zweiten Weltkrieg als Kriegszeichner eingesetzt, überlebte eine schwere Lungenerkrankung und wurde 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen. Er war dann in Linz als Kunsterzieher tätig, litt aber immer unter gesundheitlichen Problemen. Bei einem Erholungsurlaub im Bayerischen Wald spürte er die wohltuende Wirkung des Mittelgebirgsklimas und  übersiedelte 1965 nach Waldkirchen, wo er vor 40 Jahren am 10. Juli 1979 an den Folgen seiner Lungenerkrankung verstarb.

Die eigene Krankheit machte ihn sensibel für die Krankheit um ihn herum: die ausgebeutete Erde, Krankheit, Natur, Krieg, Hunger. Elend, Unterdrückung, Falschheit und Scheinheiligkeit. Eindrucksvoll und visionär sind die Titel seiner Bilder, wie Blindes Mädchen im Herbst, Anklagender Wald und Mache unser Brot wieder frei, von DDT, Cadmium und Blei.

Die genaue Anzahl seiner in verschiedenen Techniken geschaffenen Bilder, Tusche- und Bleistiftzeichnungen sowie Holzschnitte ist nicht bekannt. Es existiert kein Werksverzeichnis. Ein Beispiel seiner dynamischen Ausdruckskraft ist Der Schrei des Pan, des griechischen Schutzgottes der Hirten, der bei seinen Widersachern zu lähmenden Entsetzten führte. Der Pan ist auch heute noch in Begriffen wie panische Angst und Panik gegenwärtig.

Zu seinem 100. Geburtstag ist im Juli 2022 eine Ausstellung im HNKKJ in Waldkirchen geplant.

Dr. Eckart Rössler